Weitere  
Vorstandsmitglieder:
  •  Judith Labs
  •  Astrid Raabe
  •  Jinan Jerjes
  •  Dr. Mahmood Kasim
  •  Amin Dirhem
  •  Fawzi Mahyoob
  •  Mohammed Baza  cameleerstours@y.net.ye
- Leitartikel 2008
- Leitartikel 2007

Wie bei so vielen Vereinigungen, so wurde die Idee zur Nicht-Regierungsorganisation "Das Deutsche Haus für Zusammenarbeit und Kultur" im Wohnzimmer geboren.  Ein Wohnzimmer im Jemen heisst "Mafraj", ist sehr gemütlich mit raum-umlaufenden Polsterungen möbliert und lädt zum gesprächigen Verweilen und zum angeregten Gedankenaustausch ein – fast schon wie in einem literarischen Salon.

Judith Labs, langjährig im Jemen ansässige Vereinsgründerin, pflegte immer schon einen regen Austausch mit denjenigen Jemeniten, die selbst auf die eine oder andere Art in Deutschland Erfahrung gemacht hatten, als Geschäftsleute, Auszubildende oder Studenten. Da diese Zahl in den beiden jemenitischen Staaten über die Jahre in die Tausende ging und das Interesse da war, ging ein Kreis von ordentlichen Gründungsmitgliedern von Worten in die Tat über und gründete eine NRO.

Das ist im Jemen mit seinen mehr als 2000 NGOs und INGOS und einer sehr offenen Regierungsstruktur möglich – wohlgemerkt nach den Geburtswehen, die mit der Niederschrift einer Satzung verknüpft sind. Mittlerweile besteht das Deutsche Haus schon seit mehr als fünf Jahren.

Besonders seit 2003 wuchs das Deutsche Haus zu einem regelrechten Kulturzentrum heran und ist ein allgemein bekannter Meilenstein in Sanaa geworden - vom Angebot her einem kleinen Goethe-Institut vergleichbar: hier wird das Sprachkursprogramm der Deutschen Botschaft durchgeführt, hier findet Kulturaustausch in Form von Projekten und Veranstaltungen aller Art statt. Mehr als 60 jemenitische Besucher pro Tag kommen ins Deutsche Haus, auch in die Bibliothek, die mit dem Dialogpunkt Deutsch per Buch und Tastatur Zugang zu Deutschlandinformationen vermittelt.

Vom Gesamtbudget her ist die Institution "Das Deutsche Haus" ein Federgewicht – und wirtschaftet dabei besser als manche Kulturbehörde. Das ist auch der Unterstützung durch Auswärtiges Amt und Goethe-Institut zu verdanken, die die Arbeit des Deutschen Hauses möglich macht. Dennoch darf nicht darüber hinweggesehen werden, dass die Region des Nahen Osten aufbauend auf diversen Faktenlagen für die nächsten 15 Jahre und länger politisch als Krisenregion eingestuft bleiben wird  (Überbevölkerung, Wasservorräte, Youth Buldge, Arbeits- und Perspektivenlosigkeit ). Somit kommt der  Kulturarbeit eine wichtige Brückenfunktion zum gegenseitigen interkulturellen Verständnis zu, auf dem dann auch andere Ansätze greifen mögen.

Das Deutsche Haus leistet mit seinen kulturellen Aktivitäten gute Arbeit. Um die Funktion des Kulturaustauschs aber systematisch auszubauen, muss erkannt werden, dass im bestehenden ehrenamtlichen Rahmen Grenzen gesetzt sind. Die deutschen, aber auch arabischen und internationalen Kulturinstitutionen sind eingeladen, dem Deutschen Haus Unterstützung zukommen zu lassen und die Einrichtung der Stelle eines managing directors voranzutreiben. Damit würde allem, was die nächsten Seiten zeigen, auch in Zukunft Bestand eingeräumt und das Deutsche Haus mehr als eine im Wohnzimmer geborene (und dann wieder gestorbene) Idee gewesen sein. Dazu sind wir eigentlich jetzt schon zu weit.

Sehen Sie selbst – Kulturarbeit lohnt sich !

Guido Zebisch

Leiter / Vorstandsvorsitzender

zebisch@dasdeutschehaus-jemen.org